Kurz zusammengefasst: Frühzeitige, regelmäßige Behandlung mit einer geeigneten Wirkstoffkombination, ergänzende Massage und konsequenter Sonnenschutz sind entscheidend für flachere, blassere Narben. Die Auswahl richtet sich nach Narbentyp, Alter der Narbe und individuellen Hautreaktionen.
Narben lassen sich grob in atrophe Narben, hypertrophe Narben und Keloide sowie in dehnungsbedingte und kontraktile Narben einteilen. Atrophe Narben sind eingesunken, oft nach Akne oder Varizellen. Hypertrophe Narben sind erhaben, bleiben auf der Wunde begrenzt und können innerhalb 3 bis 6 Monaten entstehen. Keloide wachsen über die Wundgrenze hinaus und können über Jahre aktiv bleiben. Narbencreme ist bei frischen Wunden nach abgeschlossener Wundheilung sinnvoll, wenn die Haut geschlossen, nicht entzündet und vernäht oder verklebt ist. Bei hypertrophen Narben und Keloiden reduziert frühe Intervention mit Silikonprodukten häufig Rötung und Erhabenheit; in vielen Fällen ist ergänzende ärztliche Therapie erforderlich.
Die Auswahl richtet sich nach Narbentyp, Hautempfindlichkeit und vorhandenen Begleiterkrankungen. Folgende Wirkstoffe gelten als relevant: Silikon, Hyaluronsäure, Panthenol, Allantoin, Zwiebelextrakt, Retinoide und Vitamin E. Die Wirkungen variieren, und Kombinationspräparate sind häufig sinnvoll.
| Wirkstoff | Hauptwirkung | Geeignete Narben | Wichtiger Hinweis |
|---|---|---|---|
| Silikon (Gel, Pflaster) | Reduktion von Rötung und Erhabenheit durch okklusive Wirkung | frische postoperative Narben, hypertrophe Narben | Anwendung typischerweise 12 Stunden täglich über mehrere Monate |
| Hyaluronsäure | Unterstützt Feuchteregulation und Hautdichte | atrophe Narben, dünne Haut | Ergänzung, oft in Kombination mit Silikon |
| Panthenol (Provitamin B5) | Förderung Epidermisregeneration, Feuchtigkeit | frische und reifere Narben | gut verträglich |
| Retinoide (topisch, niedrig dosiert) | Stimulation Kollagensynthese, Hauterneuerung | atrophe Narben, pigmentierte Narben | Lichtempfindlichkeit erhöhen, nachts anwenden |
| Zwiebelextrakt | Antiphlogistisch, reduziert Rötung laut Studien | hypertrophe Narben | Wirkung variabel, mögliche Irritation |
| Vitamin E | Antioxidativ | unspezifisch | Allergische Reaktionen möglich; geprüfte Präparate bevorzugen |
Diese Übersicht ersetzt keine individuelle Beratung. Silikon gilt in Studien als wirksam bei hypertrophen Narben. Retinoide zeigen bei atrophen Narben und Pigmentstörungen Effekt, erfordern aber Vorsicht bei Schwangerschaft.
Behandlung beginnen, sobald die Wunde vollständig geschlossen und nicht mehr nässend ist. Für postoperative Narben empfehlen Chirurgen typischerweise Start nach Fadenentfernung oder sobald die Haut intakt ist, meist ab Tag 10 bis 14. Vorbereitung: Reinigung mit milder, pH-neutraler Seife, Entfernung von Krusten nur nach Rücksprache mit Fachpersonal. Kleine Menge Creme auf die Narbe auftragen, dünn verteilen und sanft einmassieren. Häufigkeit richtet sich nach Produktangaben: viele Mittel zweimal täglich, Silikonpflaster 12 bis 24 Stunden kontinuierlich. Behandlungsdauer: mindestens drei Monate, besser sechs bis zwölf Monate bei riskanten Narben.

Richtige Technik verbessert Aufnahme und Struktur. Sanft mit Fingerspitzen kreisende Bewegungen ausführen, nicht reiben. Massage fördert Durchblutung und Kollagen-Remodellierung; empfohlen sind zwei bis drei Minuten pro Narbe, mehrmals täglich. Bei frischen Narben ist sanfte Berührung wichtig, Druck vermeiden bis Heilung abgeschlossen. Alte Narben vertragen intensivere Massage und Zusätze wie Retinoide. Hypertrophe Narben und Keloide reagieren oft besser auf langfristige Silikontherapie und können Cortisoninjektionen oder Laser erfordern. Besondere Vorsicht bei Kindern und Schwangeren: viele Wirkstoffe wie orale Retinoide sind kontraindiziert; topische Produkte sollten gut verträglich sein und idealerweise ärztlich empfohlen.
Kombinationen erhöhen Effektivität: Silikon plus Massage, bei ausgeprägten Fällen Cortison oder Laser unter dermatologischer Kontrolle. Sonnenschutz ist unerlässlich: frische und pigmentgefährdete Narben benötigen hohen Lichtschutzfaktor, da UV-Strahlung Hyperpigmentierung fördert. Nebenwirkungen: lokale Irritationen, Kontaktallergien, pigmentveränderungen. Bei Rötung, Brennen oder sich verändernder Narbe Therapie pausieren und Fachperson konsultieren.
Häufige Fehler sind zu frühes Auftragen auf offene Wunden, unregelmäßige Anwendung, zu dickes Auftragen und fehlender Sonnenschutz. Produkte kühl und lichtgeschützt lagern, Haltbarkeit laut Angabe beachten; nach Öffnung Hygiene wahren und Spatel verwenden, um Kontamination zu vermeiden. Bei Auswahl auf geprüfte Wirkstoffe, unabhängige Testergebnisse und transparente Inhaltsstoffangaben achten. In Deutschland übernehmen Krankenkassen in der Regel nicht die Kosten für kosmetische Präparate. Medizinisch notwendige Maßnahmen, etwa bei Funktionseinschränkung durch Kontrakturen oder bei Keloiden, können erstattungsfähig sein, wenn ärztlich verordnet.
Hausmittel wie reine Öle oder Naturzubereitungen bieten manchmal Linderung, sind aber nicht gleichwertig zu klinisch geprüften Präparaten. Bei zunehmender Erhabenheit, Schmerzen, Juckreiz, Funktionsverlust oder starkem kosmetischem Leid ist zeitnaher Termin bei Dermatologe oder plastischem Chirurgen angezeigt. Praktische tägliche Checkliste: gereinigte Haut, empfohlene Menge, sanft einmassieren, Sonnenschutz tagsüber, Dokumentation der Entwicklung alle vier Wochen und ärztliche Kontrolle bei Verschlechterung.